Archiv für April 2009

Gentechnik-kritisches Osterwochenende

*** Mahnwache gegen die Versuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen am Agrobiotechnikum Groß Lüsewitz verlängert. ***

Die Mahnwache gegen die Versuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen am Agrobiotechnikum Groß Lüsewitz geht weiter. Bis zum 20.04.2009 wird dort weiter über Gentechnik und die Machenschaften der Gentechnikfirmen diskutiert. Über die Osterfeiertage werden vielfältige Veranstaltungen stattfinden, um gegenseitig Information auszutauschen,
sich zu vernetzen und um Öffentlichkeit zu schaffen.

Die Mahnwache befindet sich direkt am Rande des Ackers in Sagerheide, der am 03.04.2009 von GentechnikkritikerInnen besetzt wurde. Schon seit Anfang der Woche tauschen die AktivistInnen Informationen mit AnwohnerInnen über die Versuche aus und diskutieren über Risiken und Nebenwirkungen der Agrogentechnik. „Die letzten Tage waren
schon recht gut besucht, aber über Ostern erhoffen wir uns noch wesentlich mehr Besuch, deswegen haben wir uns auch ein Programm für Groß und Klein ausgedacht.“

Zu den Programmpunkten der nächsten Tage gehören Schnupperklettern – gesichert hoch in die Baumwipfel, Anti-Gentech-Schilder basteln für den Vorgarten und die Bodenbearbeitung der anwohnenden Familie für die Gersteaussaat am 19.4.09. Hier soll biologische Gerste
ausgesät werden, die dann in direkter Nähe zu der Gen-Gerste, die von der Universität Gießen
angebaut werden soll, stehen würde.
Zudem wird es am Samstagabend eine Infoveranstaltung des Molekularbiologen Frederik Vath „Sackgasse Agrogentechnik“ geben, sowie am Sonntagabend eine Bildershow „Felderbesetzen 2008 & 2009“ mit vielen Kurzfilmen zu Aktionen rund um Gentechnik.

Die Osterfeiertage werden mit einem netten Osterbrunch und einem Osterspaziergang eingeleitet und am Montag mit der GENiale – eine Ralley rund ums Feld und um Gentechnik zu Ende gehen.

Rückblick: Der Widerstand gegen die Agrogentechnik ist schon seit Jahren konstant. Nachdem es in den Neunziger Jahren schon viele Feldbesetzungen gab, gewann in den letzten Jahren diese Aktionsform wieder an Bedeutung. Mit einigen erfolgreichen Feldbesetzungen konnte bereits im letzten Jahr die Gentechniklobby massiv unter Druck gesetzt werden. Hart getroffen hat es dieses Jahr bereits Kerstin Schmidt, eine der Hauptakteurinnen im Gentechnikfilz. Als Geschäftsführerin der BiotechFarm in Üplingen und Multiunternehmerin im Agrobiotechnikum
musste sie dieses Jahr bereits zwei Feldbesetzungen über sich ergehen lassen.
Trotz der schnellen Räumungen an beiden Standorten laufen die Aktivitäten der GentechnikkritikerInnen vor Ort weiter. In Üplingen ist ein Aktionswochenende mit öffentlicher Feldbesetzung vom 17.-19.4.09 angekündigt. Der 17.4. ist internationaler Tag der
Landwirtschaftsbewegung Via Campesina. In diesem Zusammenhang finden bundesweit viele weitere Aktionen statt (www.gentech-weg.de.vu). In Sagerheide läuft die Mahnwache noch bis zum 20.04.09.

Das Programm

Samstag, 11.04.
Ab 11 Uhr angeleitetes Klettern auf Bäumen
Anti-Gentech-Schilder basteln
Umgraben für Gersteaussaat am 19.4.
15 Uhr Kaffee und Kuchen (gerne auch mitbringen)
18 Uhr Grillen ohne Fleisch
20 Uhr Vortrag: Sackgasse Agrogentechnik

Sonntag, 12.04.
12 Uhr Osterbrunch
14 Uhr Osterspaziergang rund ums Feld
15 Uhr Kaffee und Kuchen (gerne auch mitbringen)
20 Uhr Bildershow zu Feldbesetzung 2008 & 2009

Montag, 13.04.
14 Uhr Die GENiale – GEN-Ralley rund ums Feld

Kontakt: 0163 – 9233618

Weitere Informationen:
www.gentech-weg.de.vu
www.aggrobiotechnikum.de.vu
http://de.indymedia.org/2009/04/246379.shtml

Quelle: PM der Besetzer_innen via E-Mail

Schweineanlage mit 10 000 Sauen geplant

Greifswald In der Gemeinde Alt Tellin, knapp 40 km südlich von Greifswald, plant der niederländische Investor Adrian Straathof Europas größte Ferkelaufzuchtanlage. Dort sollen 10 000 Muttersauen 250 000 Ferkel pro Jahr produzieren. Es wäre Adrian Straathofs neunte Schweine-Anlage in Nordostdeutschland. „Anlagen in solchem Ausmaß stellen eine erhebliche Umweltbelastung dar, sie machen das Leben im ländlichen Raum ungenießbar, von einer artgerechten Tierhaltung kann auch keine Rede mehr sein“, so Ulrike Wolter von der Agrikulturgruppe Greifswald. Nach ihrer Auffassung ist das kein Konflikt, der nur auf lokaler Ebene Wellen schlägt. Diese Art der Tierhaltung beeinflusse Lebensverhältnisse über Landesgrenzen hinweg. Die Flächen auf lokaler Ebene genügten nicht, um Futtermittel für eine solche Masse an Tieren zu erzeugen.

Seit einigen Jahren kämpft die örtliche Bürgerinitiative „Leben am Tollensetal“ gegen dieses Vorhaben. In diesem Frühjahr geht es in die Entscheidungsphase. Die Behörde, die über die Angelegenheit entscheidet, ist das StAUN Neubrandenburg. Über 700 kritische Bürger haben mittlerweile Einwendungen gegen diese Anlage eingereicht. Heute beginnt die öffentliche Anhörung in Demmin. Für das Wochenende 17. bis 19. April sind mehrere Aktionen geplant, u.a. ein Sternmarsch aus drei Richtungen nach Alt Tellin. Die AgriKulturgruppe Greifwald veranstaltet morgen um 19.30 Uhr im IKuWo (Goethestraße 1) eine Infoveranstaltung zum Thema mit Gästen der BI „Leben am Tollensetal“.


Quelle: Ostsee-Zeitung vom 06.04.09

GenfeldbesetzerInnen geben nicht auf

Nach der Besetzung ist vor der Kampagne

Am Freitag, den 03. April 2009, hatten Gentechnik-GegnerInnen ein Versuchsfeld des Agrobiotechnikums besetzt. Erst in den Abendstunden konnte die Besetzung auf Weisung des Agrobiotechnikums von der Polizei geräumt werden. Die AktivistInnen sehen in dieser Aktion den Beginn einer längeren Kampagne. Ab kommenden Montag 14:00 Uhr, ist eine Mahnwache auf dem Spielplatz in Sagerheide direkt an den Versuchsfeldern angemeldet.

Johanna Rehse beschreibt ihre Motivation so: „Genpflanzen kreuzen unkontrolliert in die Natur aus. Einmal ausgebracht, sind sie nicht mehr rückholbar. Die Agro-Gentechfirmen wollen durch die Genmanipulation bestimmen, was ich essen soll. Diesem Zwang werde ich mich nicht beugen. Ich möchte selber bestimmen, was ich esse!“ Zwang hat die Aktivistin auch bei ihrer Räumung am Freitag erlebt. Gewaltsam wurde sie aus einem Betonfass gelöst und dabei an der Hand verletzt. Doch sie lässt sich nicht entmutigen.

Mit Bannern und Infomaterial wollen die AktivistInnen darauf aufmerksam machen, dass Gentechnik unkontrollierbar ist und zu Abhängigkeit führt. Kleinbauern können sich häufig die Saatgut-Lizenzen nicht leisten und müssen so um ihre Existenz bangen. Außerdem führen großflächige Monokulturen zu einem Rückgang der Artenvielfalt.

Der Molekularbiologe Frederik Vath erklärt: „Zum Beispiel brauchen die gentechnisch veränderten herbizidresistenten Roundup-Ready-Pflanzen langfristig mehr Spritzmittel, da ähnlich wie bei Bakterien auch Unkräuter Resistenzen gegen Roundup ausbilden.“ Er lädt am Donnerstag, den 09. April 2009 um 15 Uhr zu einem Vortrag auf der Mahnwache ein. Darin wird es unter anderem um die verschiedenen Anwendungsgebiete der Gentechnik, ihre Geschichte und die Argumente der Kritiker gehen.

Doch auch an anderen Tagen sind Besucher gerne an der Mahnwache gesehen. „Wenn wir unseren Protest nicht mehr auf dem Feld ausleben können, machen wir es eben davor. So schnell lassen wir uns nicht kleinkriegen“, so eine der BesetzerInnen. Tag und Nacht erklären sie bis Donnerstag bei Kaffee und Tee gerne, warum sie etwa gegen die Aussaat des Gen-Weizens sind, der gegen Flugbrand resistent sein soll. „Es gibt bereits mehrere handelsübliche Weizensorten, die resistent gegen Flugbrand sind. Hier werden völlig unnötig Risiken in Kauf genommen, denn immer wieder tauchen bei gentechnisch veränderten Pflanzen unerwartete Nebenwirkungen auf“, sagt Frank Schörner. „Außerdem sind diese Versuche schon erfolglos in der Schweiz gelaufen. Ich habe den starken Verdacht, dass es hier nicht um Ergebnisse, sondern vor allem um das Abgreifen von Fördergeldern geht.“

Mit einem Getreide-Ratespiel, einer Banner-Mal-Station und anderen Attraktionen wollen sie die Menschen in der Region neugierig machen und sie dazu ermutigen, selbst aktiv zu werden. Zudem möchten sie eine ortsansässige Familie unterstützen, die auf ihrem eigenen Gelände eine
Gegensaat plant. Ein Gen-Gerstenversuch, der aufgrund starken Protestes in Gießen nicht durchführbar war, soll nun hier stattfinden. Dagegen spricht sich die Familie aus, um die genannten und verlagerten Gefahren von den Menschen und der Natur fern zu halten. Durch das Aussäen biologischer Gerste soll auch hier der Gen-Gerstenversuch verhindert werden. Die Bürgerinitiative Rostocker/ Güstrower Land Gentechnikfrei lädt für den 19.4.09 öffentlich ein, die Gerste auszusäen. Die AktivistInnen freuen sich über Unterstützung bei der Bodenbearbeitung am Mittwoch, den 8.4.09. Treffen ist um 17 Uhr an der Mahnwache.

Überblick des bisherigen Programms der nächsten Tage:

Mo, den 6.4.: Ab 14Uhr, Aufbau der Mahnwache
Di, den 7.4.: 15 Uhr, Tripod- (Dreibein-)Workshop
Mi, den 8.4.: 17 Uhr, Treffen zur Bodenbearbeitung für die Gerstensaat
Mi, den 8.4.: 20 Uhr, Bildershow der Genfeldbesetzungen 2008 & 2009
Do, den 9.4. ab 11 Uhr, Schnupperklettern (gesichert hoch in die Bäume)
Do, den 9.4.: 15 Uhr, Infoveranstaltung mit Molekularbiologe Frederik Vath

Kontakthandy: 0163/9233618
Weitere Hintergrundinfos:
www.gentech-weg.de.vu
www.aggrobiotechnikum.de.vu

Quelle: PM der Besetzer_innen via E-Mail

Besetzung des Versuchfelds in Groß-Lüsewitz beendet

Die Besetzung einer Versuchsfläche im Agrobiotechnikum in Groß-Lüsewitz bei Rostock ist gestern abend gegen 21 Uhr zu Ende gegangen. Nachdem vier Aktivisten bereits am Nachmittag von einem dreibeinigem Turm heruntergeholt worden waren oder selbst herunter geklettert waren, gelang es der Polizei am Abend, vier weitere Gentechnikgegner, die sich an zwei Betonfässern festgekettet hatten, freizubekommen.
Dabei ging sie außerordentlich rabiat gegen diese vor. „Die Polizei vor Ort hatte die Möglichkeit, ein technisches Team von weiter her anzufordern, hat sich jedoch dagegen entschieden“, so einer der Besetzer. „So war die Räumung sehr schmerzhaft. Wir hatten Hautabschürfungen an den Händen, als wir freikamen.“

Insgesamt 13 Personen wurden festgenommen, darunter auch eine Minderjährige von 11 Jahren. Ihr Vater wurde unter dem Vorwand, diese abholen zu können auf die Polizeiwache geladen, dort aber nicht zu ihr vorgelassen, sondern stattdessen ED-behandelt. Eine weitere Aktivistin, die sich von der Feuerwehr von dem Turm hatte holen lassen, musste fünf Stunden mit dem Rohr am Arm auf der Polizeiwache ausharren. Ihrem Wunsch nach etwas Wasser oder etwas zu essen kam die Polizei nicht nach. Inzwischen sind alle Aktivisten wieder frei. Das Agrobiotechnikum erhebt gegen sie Anklage wegen schwerem Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung.

Die Gentechnikgegner hatten in den frühen Morgenstunden des 3. Aprils 2009 ein Feld des Agrobiotechnikums besetzt, um die Aussaat gentechnisch manipuliertem Saatguts zu verhindern. Derzeit läuft auf dem Gelände ein Überwinterungsversuch von Kartoffeln, zwei weitere Kartoffelversuche sind für dieses Frühjahr geplant. Auch gentechnisch veränderter Weizen, Gerste, Zuckerrüben und Petunien sollen ausgebracht werden. Vorallem Zuckerrüben können sich über extrem weite Entfernungen – von bis zu 10 Kilometern – auskreuzen.

Besonders problematisch finden die Feldbesetzer die geplante Freisetzung von Pharmapflanzen, unter ihnen eine Kartoffelsorte, die Gene des Cholera-Bakteriums in sich trägt. Aus ihr soll ein Impfstoff gegen diese Krankheit entwickelt werden. Andere Kartoffeln sollen einen Impfstoff gegen die Kaninchenseuche RHD produzieren.

Lüsewitz ist ein traditioneller Züchtungsstandort für Kartoffeln. In unmittelbarer Nachbarschaft zum Agrobiotechnikum befindet sich zudem eine Saatgutbank für diese Gewächse sowie die Flächen, auf denen das dort gelagerte Saatgut in regelmäßigen Abständen angebaut wird, um es keimfähig zu halten. „Gerade hier mit gentechnisch veränderten Pflanzen Freisetzungsversuche zu machen legt die Absicht der Gentechnikindustrie offen: Es geht darum, Saatgut durch Auskreuzung zu verunreinigen und alte, traditionelle Sorten zu gefährden“, erklärt Johanna Rehse, eine der Feldbesetzer.

Der Ort der Besetzung ist genau gewählt: Hier finden dieses Jahr nicht nur gebündelt mehrere Freisetzungsversuche statt, sondern hierhin fließen auch beträchtliche Fördersummen: „Es besteht die Vermutung, dass es hier weniger um Forschung als primär um Imagepflege für die Gentechnik und das Abgreifen von Fördergeldern in Millionenhöhe geht“, so Rehse.

Ab Montag soll auf dem Grünstreifen vor dem Feld eine Mahnwache abgehalten werden. Weitere Aktionen sind noch in der Planung.

Weitere Informationen unter
http://de.indymedia.org/2009/04/246035.shtml
http://www.projektwerkstatt.de/gen/agrobiotech_filz.htm

Quelle: PM der Besetzer_innen via E-Mail

aktuelle Information über die Genfeldbesetzung in Lüsewitz

Sehr geehrte Damen und Herren,

aus gegebenem Anlass erhalten Sie eine aktuelle
Information über die Genfeldbesetzung in Lüsewitz bei
Rostock.

Es scheint, als würde die Polizei vor Ort die falsche
Information streuen, die Aktion sei schon beendet. Ein
Journalist berichtete, diese Information von der Polizei
erhalten zu haben und weggeschickt worden zu sein. Presse
wird nicht zu den AktivistInnen vorgelassen.

Die Aktion besteht nach wie vor. Acht AktivistInnen sind
an zwei Betonfässern und dem 10 m hohen Holztripod
angekettet. Die nicht angeketteten UnterstützerInnen
wurden nun mit Platzverweisen belegt. Die Anmeldung einer
Demonstration wurde nicht angenommen. Eine Person wurde
ohne Grund in Gewahrsam genommen. Eine Anwältin soll nun
die Anmeldung der Demonstration vor Ort durchsetzen.

Wir freuen uns weiterhin über Ihren Besuch!
Zeigen Sie mit uns dem Agro-Biotechnikum, dass ihre
Machenschaften nicht ungesehen bleiben.

Aktuelle Informationen unter:
http://de.indymedia.org/2009/04/246035.shtml
Kontakt mit den Besetzer_innen auf dem Feld: 0163/92 33618

Hintergrundinformationen unter:
http://www.projektwerkstatt.de/gen/agrobiotech_filz.htm
http://www.aggrobiotechnikum.de.vu

Wegbeschreibung:
Groß Lüsewitz liegt 20km östlich von Rostock. So erreicht
ihr die Besetzung:
Auf der B110 Richtung Sanitz. Kurz vor Groß Lüsewitz links
nach Sagerheide abbiegen. Auf
der rechten Seite könnt ihr uns schon sehen.
Oder mit dem Zug auf der Strecke von Rostock nach Tessin
in Groß Lüsewitz aussteigen,
zur B110 gehen und Richtung Sagerheide abbiegen. Auf der
rechten Seite könnt ihr uns
schon sehen.

Quelle: PM der Fedlbesetzer_innen via E-Mail

Feldbesetzung in Lüsewitz JETZT

In der Nacht vom 2. auf den 3. April besetzten Gentechnikgegner_innen ein
Versuchsfeld auf dem Gelände des AgroBiotechnikums in Groß Lüsewitz. Sie
bauten dort einen Turm und Zelte auf und wollen bleiben, bis die Aussaat
der gentechnisch veränderten Pflanzen verhindert ist.
In der Nacht haben ca. zwei Dutzend Gentechnikgegner_innen ein
Versuchsfeld auf dem Gelände des Agrobiotechnikums 20 km östlich von
Rostock besetzt.

Lüsewitz ist ein traditioneller Züchtungsstandort für Kartoffeln und
hier befindet sich auch eine Saatgutdatenbank, also ein Ort an dem
Saatgut ausgebracht wird, um es zu erhalten. „Gerade hier nun auch mit
gentechnisch veränderten Pflanzen Freisetzungsversuche zu machen legt
die Absicht der Gentechnikindustrie offen: Es geht bewusst darum,
Saatgut durch Auskreuzung zu verunreinigen und alte, traditionelle
Sorten zu gefährden.“ so Johanna Rehse, eine der Gentechnikgegner_innen.
Außerdem wird in diesem Jahr auf der Fläche auch ein Gen-Gerstenversuch
der Universität Gießen durchgeführt, der in Gießen in den letzten Jahren
immer wieder durch kreativen und entschlossenen Widerstand unbrauchbar
bzw. im letzten Jahr sogar durch eine ähnliche Feldbesetzung unmöglich
gemacht wurde. „Die Uni Gießen weicht nun ans andere Ende Deutschlands
aus. Sollte sie darauf gehofft haben, dort nicht auf Widerstand zu
treffen, hat sie sich getäuscht“ so die Besetzer_innen.

Das Agrobiotechnikum verbindet jede Menge Firmen und Neugründungen. „Es
besteht die Vermutung, dass es hier weniger um Forschung, als primär um
Imagepflege für die Gentechnik und das Abgreifen von Fördergeldern in
Millionenhöhe geht“ so Rehse. „Bei der Gentechnik geht es nicht um
Menschen, sondern um Profite. Die Landwirt_innen sollen abhängig gemacht
werden von Saatgutmultis, die die Kontrolle über einen komplett
patentierten Saatgutmarkt anstreben. Das wollen wir verhindern“
Die Besetzer_innen errichteten auf dem Feld einen Holzturm und
verschiedene Vorrichtungen, die eine Räumung möglichst aufwendig machen
sollen. Sie sind darauf eingestellt, wenn nötig mehrere Wochen zu
bleiben und wollen auf der besetzten Fläche auch
Informationsveranstaltungen anbieten.

Weitere Informationen unter:
http://de.indymedia.org/2009/04/246035.shtml
http://www.projektwerkstatt.de/gen/agrobiotech_filz.htm

Kontakt mit den Besetzer_innen auf dem Feld: 0163/92 33 618

Quelle:PM der Besetzer_innen erhielten wir als E-Mail

nächste agriKultur Veranstaltung

HIER Landflucht – DORT Vertreibung
Informationsveranstaltung über die folgen bodenloser Tierproduktion

HIER: Alt Tellin EU größte Ferkelproduktionsanlage in Planung mit Besuch aus der BI- Tollensetal

DORT:Sojamonokulturen in Lateinamerika zu Gast Angelica Kuhn , MST-Bewegung der Landlosen, Brasilien
Marcelo Netto Rodrigues, Journalist, Brasilien

Dienstag 7.4.2009 19:30 Ikuwo, Goethestr. 1

hier noch der Flyer: 7.4.Ikuwo

Aktionstage im Tollensetal am 17. / 18. April 2009

Aufruf der Bürgerinitiative Leben am Tollensetall, Aktionsnetzwerk Globale Landwirtschaft und vielen anderen

Gegenwärtig erleben wir einen weiteren rücksichtslosen Einbruch der
Agrarindustrie in die noch weitgehend unzerstörte Ruhe und Natur im Landkreis Demmin.
Allerorten sollen neue Schweinezucht- und Mastbetriebe entstehen, darunter
Riesenanlagen wie die von Adrian Straathof geplante Ferkelzucht in Alt Tellin und sein weiterer
Mastbetrieb bei Wildberg. Auch wenn diese hunderttausende Schweine entsprechend der aktuellen Gesetzte gehalten würden: es wäre dennoch pure Tierquälerei.

Zusätzlich zerstört die Agrarindustrie nicht nur Ruhe und Natur, sondern auch die wirtschaftliche Lebensgrundlage der Bevölkerung im ländlichen Raum. Ca.
90% der Arbeitsplätze wurden seit der Wende in der bäuerlichen Landwirtschaft bereits vernichtet. Abwanderung und Leerstand und sind die Folgen, ein Ende ist
nicht in Sicht.

Damit zeigt sich eine Parallele zu der Situation z.B. in Lateinamerika, wo für die Futtermittel der Europäischen Schweinebarone Urwälder niedergebrannt und Kleinbauern von ihren Feldern geprügelt werden.

Dagegen werden wir uns mit unterschiedlichen Aktionen gemeinsam wehren:

Aktionsnetzwerk Globale Landwirtschaft:

Landbesetzung am 17. April

Angesichts der haarsträubenden Verhältnisse in der globalen Landwirtschaft werden wir aktiv:

Wir rufen auf zur symbolischen Besetzung des Geländes der geplanten Ferkel-Produktionsanlage in Alt Tellin (Meck-Pomm) Treffpunkt (mit ShuttleService) um 13.00 am Bahnhof Sternfeld bei Demmin

Kontakttelefonnummer ab dem 16.4 : 0160 91543155

Wir essen jeden Tag – es geht uns alle an!

Genaue Termine und Ortsangaben unter: www.globale-landwirtschaft.net

Spenden an

Umweltgruppe Ökogeist e.V.
Konto: 314 000 233 4 Spark. Barnim
BLZ 170 520 00
Stichwort: „Globale Landwirtschaft“

BI Leben Am Tollensetal :

Sternmarsch und Bürgerfest am 18. April

Motto „Rettet das Landleben“

Ab 14 Uhr an den Sammelpunkten Broock, Neu Tellin und an der Altanlage.

Von dort Sternmarsch nach Alt Tellin

Um 15.30 treffen wir uns dann alle im „Zentrum“ von Alt Tellin zu einer kurzen gemeinsamen Kundgebung

Danach dann auf die Festwiese zu unserem großen Fest „Rettet das Landleben“ von 16h bis 20h.

Spenden-Kontonummer:
Ulla Hegewald
Kto.Nr.: 55 221 33 118
BLZ: 500 10517
ING – DiBa

hier gibt es den Flyer: 17/18 April

Rückblick auf die Kampagne zur Gentechnikfreien Region Greifswald

Eine Gentechnikfreie Region Greifwald würde bedeuten, dass auf den
Pachtflächen, die zur Stadt Greifswald gehören, keine gentechnisch
veränderten Pflanzen angebaut werden dürften. Der Bt-Mais von Monsanto ist
in Deutschland bis jetzt die einzige zum kommerziellen Anbau zugelassene
Sorte gentechnisch veränderter Pflanzen. Er stand 2008 auf einer Fläche
von 3171 ha in Deutschland.

Am 13.3. erläuterte der Berufsimker und Mitinitiator der Initiative
Gendreck-Weg, Michael Grolm die Unmöglichkeit der Koexistenz gentechnisch
veränderter mit konventionellen Pflanzen in der Landwirtschaft. Ein
Problem der Agrogentechnik sei, dass das finanzielle Risiko derzeit nicht
nur jene tragen, die die Agrogentechnik einführen wollen, sondern auch
jene, die sie eben nicht wollen. Z.B. müssten Imker theoretisch ihren
Honig auf gentechnisch veränderte Maispollen untersuchen lassen, da der
Bt-Mais nicht als Nahrungsmittel zugelassen ist, jedoch von den Bienen auch
angeflogen wird.

Am 19.3. informierte Thomas Schmidt vom Weltladen Greifswald über
gentechnische Veränderungen in Lebensmitteln. Laut Gentechnikgesetz müssen
Nahrungsbestandteile, die direkt gentechnisch verändert wurden
gekennzeichnet werden. Fleisch- , Ei- und Milchprodukte allerdings,
dessen Erzeuger mit gentechnisch verändertem Futter (z.B. Mais oder Soja)
gefüttert wurden, sind nicht kennzeichnungspflichtig.
Ein weiteres berühmtes Beispiel in seinem Vortrag war der gentechnisch
Veränderte Liberty-Link Reis, der 2006, einige Jahre nachdem
Freisetzungsversuche in den USA schon beendet worden waren, auf skandalöse
Weise als Verunreinigung im Lebensmittelreis auftauchte.

Eine weitere Diskussionsrunde folgte am 20.3..
Burkhard Roloff (BUND), Margot Peters (Imkerbund MV), Gerald Schulz
(Biolandwirt auf städtischen Pachtflächen), Katrin Brockmann
(Rechtsanwältin), Terpe (Grüne Fraktion Bundestag), gaben ihre Bedenken
zur Einführung der Agrogentechnik preis.

Zweimal, am 3.3. auf dem Fischmarkt und 25.3. auf dem großen Markt, wurde
öffentlich über die Agrogentechnik informiert und Unterschriften
gesammelt. Über 440 Bürger_innen befürworteten dabei eine gentechnikfreie
Region Greifswald.
Am 25.3. wurde zudem das Aktionsspiel Fang die Polle gespielt, bei dem ein
Haufen gelber Tennisbälle über den Markt flog und Menschen mit Fangnetzen
dem nicht gewachsen waren alle einzufangen. Die Tennisbälle symbolisierten
gentechnisch veränderten Pollen, der sich ebenso nicht lenken und einfach
einfangen lässt. Sondern er fliegt, wohin es ihn treibt und bestäubt dabei
auch Pflanzen, die gentechnisch unverändert bleiben sollten.
Damit wäre das Märchen der Koexistens vorbei.
Einmal im Freiland ausgekreuzte gentechnische Veränderungen sind nicht
rückholbar.
Aber in Europa ist es noch nicht zu spät der Agro-Gentechnik ein Ende zu
setzen.

Am 30.3. lag es nun an der Bürgerschaft von Greifswald ein Zeichen für
eine zukunftsweisende Richtung zu setzen oder aber den Profitinteressen
von Agrounternehmen zu erlegen. Die Bürgerschaft entschloss sich mit Großer Mehrheit gegen die Stimmen der CDU für eine Gentechnikfreie Region Greifswald.

eure agriKultur gruppe greifswald

OZ vom 1.Aprill: Grüne errangen Sieg mit Gentechnik-Beschluss

Greifswald Mit eindringlichen Worten argumentierte der Wissenschaftler Dr. Heinrich Cuypers auf der Bürgerschaftssitzung gegen das von der Fraktion Grüne/ok initiierte Vorhaben, Greifswald zur „gentechnikfreien Region“ zu erklären. Ertragssteigerungen bei gentechnisch veränderten Pflanzen, Wachstum auch unter extremen Witterungseinflüssen, die Entwicklung vitaminhaltigerer Sorten waren Begriffe in seinem Plädoyer für ein Greifswald, das sich der Gentechnik nicht verschließen sollte. Mit dem Beschluss indes „ist zu befürchten, dass die Stadt als innovativer Technologiestandort verliert und Investoren abgeschreckt werden“, warnte Cuypers.

Grünen-Fraktionsvorsitzender Dr. Ullrich Bittner wollte das nicht stehen lassen: „Unsere Vorlage zielt nur darauf ab, einen gewissen Schutzraum zu schaffen, mehr nicht. Wir wollen keine Gentechnik im Essen“, brachte er das Ziel auf einen Punkt und erhielt Rückendeckung von der SPD. Solange die Risiken der Freisetzung gentechnisch veränderter Pflanzen nicht eindeutig geklärt seien, „schaden wir uns nur selbst“, erklärte Hinrich Kuessner und erinnerte daran, dass Mecklenburg-Vorpommern als Gesundheitsland wirbt. „Für mich ist das bloßes Wahlkampfgetöse“, mischte sich daraufhin Dezernent Reinhard Arenskrieger in die Diskussion und warf den Grünen vor, „den Eindruck zu erwecken, hier irgendetwas bewegen zu können. Dabei hat der Beschluss Null Relevanz.“ Das sieht auch Ludwig Spring (Bürgerliste) so, der bei diesem Thema die Bundespolitik in der Pflicht sieht. Zudem sei das „Territorium Greifswald viel zu klein, als dass wir da was erreichen“, sprach auch Dr. Lüer Kühne (CDU) gegen das Papier. Doch am Ende konnten die Gegner mit ihren Argumenten nicht trumpfen, die Mehrheit schloss sich dem Vorschlag der Grünen an. Der beinhaltet nun eine freiwillige Selbstverpflichtung der auf dem Gebiet der Stadt tätigen Landwirte, auf den Einsatz gentechnisch veränderter Organismen zu verzichten. Bei Neuverpachtung soll dieser Verzicht Bestandteil des Vertrages sein. In zwei weiteren Punkten geht es darum, Sorge zu tragen, dass in kommunalen Einrichtungen nur gentechnikfreie Lebensmittel angeboten werden. P. HASE

Quelle: Ostsee-Zeitung vom 1.April 2009

Da der OZ Artikel, die „Argumente“ der Gentechnikbefürworter_innen hervorhebt, wollen wir noch mal auf die Broschüre vom Umweltinstitut München verweisen. Diese zeigt noch mal die Gefahren der Agro-Gentechnik auf. KLICK

eure agriKultur gruppe greifswald