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NaturfreundInnen mit Nationalsozialistischen Gedankengut: Artamanen Heute

In den 1920er Jahren hat der Bund der Artamanen eine agrar-romantische »Blut-und-Boden«-Ideologie vertreten. Der spätere Reichsführer der SS, Heinrich Himmler und der Auschwitz-Kommandant Rudolf Höß gehörten ihnen an. Seit Anfang der 1990er Jahre siedeln wieder AnhängerInnen des
Artamanen-Bundes in der Mecklenburgischen Schweiz. Sie sind Teil regionaler Netzwerke von BiobauerInnen und HerstellerInnen von Öko-Produkten, engagieren sich im Widerstand gegen den Anbau von Genmais und arbeiten mit der NPD zusammen.

Der Vortrag wirft einen Blick zurück in die Geschichte der Artamanen und beleuchtet ihr heutiges Treiben in Mecklenburg-Vorpommern.

wo: IKuWo Goethestraße 1
wann: 27.10.09 Start 19.30 Uhr
Eintritt Frei

Veranstaltet von der agriKultur gruppe greifswald in Kooperation mit der Rosa Luxemburg Stiftung MV

VertreterInnen menschenverachtender Ideologie wird der Zutritt verwehrt

Philippinen: Menschenrechtsverletzungen statt Landreform

David W. in utopia

Übergriffe, Bedrohungen, Morde und rechtliche Schikanierungen – das müssen etliche Bauern und Bäuerinnen auf der Halbinsel Bondoc in den Philippinen erleiden. Der Grund: Sie setzen sich für ihr Recht auf ein eigenes Stück Land ein. David W. versucht durch seine Mitarbeit bei der Organisation IPON durch internationale Menschenrechtsbeobachtung Sicherheit zu gewährleisten. Nachdem in der graswurzelrevolution 336 bereits ein Artikel zum Thema erschienen ist, berichtet er von den Philippinen für die utopia.

Viele Probleme der philippinischen Landwirte und Landwirtinnen haben ihren Ursprung in der Frage nach der Landverteilung, die sich quer durch die philippinische Geschichte zieht. Seit der Kolonialzeit befindet sich ein Großteil der landwirtschaftlichen Flächen in der Hand weniger wechselnder Großgrundbesitzer und -besitzerinnen, die sich heute teilweise bis zu 60 Prozent der von den Pächtern und Pächterinnen erarbeiteten Ernte einstecken.

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Goldenen Reis überprüfen

Überstürzte klinische Tests mit umstrittenem gv-Reis
Christoph Then in GID – Der Gen-ethische Informationsdienst

Was 1999 mit einem überraschenden technischem Erfolg begann, hat Befürworter wie Kritiker der Agro-Gentechnik gleichermaßen unter Zugzwang gesetzt. Kein anderes gentechnisch verändertes Produkt spaltet diese beiden Gruppen mehr als der so genannte Goldene Reis – und das nun schon seit zehn Jahren.

GID 192, Februar 2009, S.23-25

Der Mangel an Vitamin A ist in verschiedenen Teilen der Welt und insbesondere in Asien ein sehr ernst zu nehmendes Ernährungsproblem. Die Folgen dieses Mangels sind lebensbedrohlich. Der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge erblinden jedes Jahr weltweit 250.000 bis 500.000 Kinder, weil sie nicht ausreichend mit Vitamin A versorgt sind. Sie leiden an der Vitamin-A-Mangelkrankheit (Vitamin A Deficiency, kurz VAD). Die Hälfte der betroffenen Kinder stirbt innerhalb von 12 Monaten.(1) Die Krankheit muss als eine Folge von Armut angesehen werden, einseitige Ernährung ist die wichtigste unmittelbare Ursache.
Gentechnisch veränderter so genannter „Goldener Reis” soll dieses Problem lösen. Das heute in erster Linie von der Bill und Melinda Gates- und der Rockefeller-Stiftung geförderte Projekt zur Entwicklung des gv-Reis ist als ein wesentlicher Beitrag zur Behebung dieses Problems gedacht. Forschung und Kommunikation rund um den Goldenen Reis wird vom „Golden Rice Humanitarian Board” gelenkt und repräsentiert. In ihm sitzen neben den beiden Erfindern des Goldenen Reis, Ingo Potrykus und Peter Beyer, unter anderem auch Vertreter der Rockefeller-Stiftung und der Firma Syngenta.
Seit Ende der neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts, als die WissenschaftlerInnen ihre ersten Erfolgsmeldungen bei der Entwicklung des Reis verkündeten – die im Jahr 2000 mit einer Titelstory im US-amerikanischen Time-Magazin gipfelten – sind auch die KritikerInnen auf den Plan getreten. Sie wissen um die drastischen Folgen des Vitamin-A-Mangels für viele Menschen. Sie sehen sich mit dem Vorwurf konfrontiert, dass ihre Kritik an der Entwicklung des „Golden Rice“ zu Verzögerungen führt und sie damit für das Schicksal der Betroffenen mit verantwortlich sind. Die Befürworter haben die Einführung des Reises so zu einer Art Gewissensprüfung gemacht. Doch betrachtet man die Situation etwas genauer, stellt man fest, dass sich die Situation inzwischen gewandelt hat – angesichts fehlender Erfolgsmeldungen wächst der Druck auf die Betreiber.
Der Goldene Reis sollte (und soll noch) mehrere Probleme auf einmal lösen: Akzeptanz schaffen für eine mehr als umstrittene Technologie, ein konkretes Problem, die Vitamin-A-Mangelversorgung, lösen, als Begründung für die Vereinfachung von Zulassungsverfahren gentechnisch veränderter Pflanzen herhalten und außerdem deren Gegner mundtot machen. Unter dem Druck der selbst geschaffenen Erwartungen scheint das Projekt seinen Betreibern nun teilweise entglitten zu sein.

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Gentechnik: Besetzungen, Mahnwachen und Aktionstage

Es ist wieder ein spannendes Aktionsfrühjahr gegen Gentechnik – schon vier Besetzungen, vier Mahnwachen und mehrere Aktionswochenenden prägen das Geschehen. Konzerne, LobbyistInnen und die im Filz der Gentechnik verstrickten Ministerien und Ämter jammern um ihren schönen Profitstandort Deutschland. Nach dem Mon810-Verbot und zurückgezogenen Versuchen nach den Aktionen im letzten Jahr sind nur noch so wenige Felder übrig, wie im letzten Jahr befreit wurden. Wird das Land am Ende ganz gentechnikfrei sein? Oder werden Konzerne, mit Steuermillionen gefütterte Firmengeflechte und die platte Staatsmacht einige letzte Felder retten können? Hier folgt ein erster Überblick über die ersten vier Monate des Jahres 2009 …

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Video: Widerstand ist fruchtbar!

Video: Widerstand ist fruchtbar! – Etappensieg im Kampf gegen die Agrogentechnik – Aus für Genmais MON 810

Die Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Ilse Aigner entschied den Anbau der genveränderten Maissorte MON810 des Konzerns Monsanto in Deutschland zu verbieten. Der vielfältige Widerstand gegen die Agrogentechnik trägt nach mehreren Jahren Auseinandersetzung endlich Früchte.

In Kitzigen bei Würzburg lädt die Initiative Gendreck-weg – Freiwillige Feldbefreiung zu einem Vielfalts- und Saatguttauschmarkt. „Für die zukünftige Ernährung der Welt braucht es eine Vielfalt an Sorten, eine Förderung ökologischer, bäuerliche Landwirtschaft und freien Zugang zu Saatgut!“, meint eine Initiatorin des Saatgutmarktes.

Doch die nächsten Genpflanzen stehen bereits vor der Tür und warten auf eine Zulassung. Freilandversuche finden weiterhin überall statt und werden auf allen Ebenen bekämpft. Noch besteht das Risiko, dass das Genmaisverbot aufgehoben wird. Für die GentechnikgegnerInnen ist es ein Etappensieg, aber der Widerstand geht weiter.
Videoclip online anschauen:
http://www.cinerebelde.org/widerstand-ist-fruchtbar-p-88.html?language=de

Fotogalerie
http://www.gendreck-weg.de/?id=141&lg=de

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Besetzung der Ferkelproduktionsanlage

Am Freitag, den 17.4.2009 wurde ein Teil des Geländes der zukünftigen größten Ferkelzuchtanlage Europas (in Mecklenburg-Vorpommern) von etwa 100 Menschen symbolisch besetzt. Noch stehen auf dem Gelände die Ruinen einer alten Schweinemastanlage. Heute, am Samstag fand eine Demo in die nächste Ortschaft, Alt Tellin, Kundgebungen und ein BürgerInnenfest statt. In den nächsten Tagen entsteht in Neu Plötz, direkt neben der Anlage, ein Widerstandshaus.
Über 100 Menschen sind aus der Region, aber auch von auserhalb angereisst um auf die Auswirkung der neuen Ferkelproduktionsanlage aufmerksam zu machen.
Thematisiert wurden die Produktionsbedingungen von Soja in Südamerika, die Umwelt- und Klimafolgen globaler, industrieller Landwirtschaft, Tierrechtsaspekte und die Auswirkungen auf die Lebensbedingungen und Tourismus vor Ort. Unterstützung kam auch von einem Aktivisten aus Polen, um seine Erfahrungen mit Massentierhaltungsanlagen und deren globalen und regionalen Folgen bei zu tragen. Die symbolische Besetzung versteht sich als Beitrag zu den vielen Aktionen, die am 17. April, dem internationalen Aktionstag von La Via Campesina gegen die globale, industrielle Landwirtschaft. Dabei zeigen die BesetzerInnen ihre Solidarität mit den globalen Kämpfen gegen die Unterdrückung von Kleinbäuerinnen und Bauern, der Natur und der Tiere. Solidarische Grüße senden sie auch an die vielen Aktionen gegen Gentechnik, die dieses Wochenende stattfinden sollen.
Freitag Abend fand ein Konzert von Peryton (Chanson und Lyrik) statt und es spielte eine Sambaband aus Berlin. Auf dem Gelände ist mittlerweile einiges entstanden: ein Dreibeinturm wurde aufgestellt, viele Zelte wurden aufgebaut und die Vokü Le Sabot versorgt die BesetzerInnen mit leckerem, veganem essen. Es sind auch noch weitere Konzerte geplant.
Sonntag abend wird die symbolische Besetzung wieder abgebaut, dennoch geht der Widerstand weiter! In Neu Plötz, bei Alt Tellin entsteht gerade ein Widerstandshaus, um BürgerInnen zu informieren und direkte Aktionen und Veranstaltungen zu planen. Dafür sind noch viele MitstreiterInnen erwünscht. Kommt uns besuchen, oder bleibt gleich da, um eure Widerstandsideen mit ein zu bringen!
Am Sonntag, den 26.4. ist eine Eröffnungsfeier geplant, mit Musik und veganem Grillen. Mehr Infos zum Widerstandshaus unter www.schweinerei.blogsport.de.

Hier der Link zum letzten INDY Artikel über die geplante Anlage:
http://de.indymedia.org/2009/04/247273.shtml

Quelle: 18.04.09 de.indymedia.org

Anbau von Genmais verboten

Aus für den Anbau von Genmais: Die Bundesregierung hat das Aussäen der einzigen bisher in Deutschland zugelassenen Genpflanze untersagt.

BERLIN afp Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) hat den Anbau von Genmais in Deutschland untersagt. Die umstrittene Sorte Mon 810 des US-Konzerns Monsanto darf hierzulande nicht mehr ausgesät werden, wie Aigner am Dienstag in Berlin verkündete. Der Mais ist die einzige bisher in Deutschland zum Anbau zugelassene Genpflanze.

Sie ist durch eine Genveränderung gegen den Schädling Maiszünsler immun. Umweltschützer sehen in dem Genmais eine Gefahr für den Öko-Landbau und für Schmetterlinge. In mehreren EU-Ländern ist der Anbau bereits untersagt.

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Gentechnik-kritisches Osterwochenende

*** Mahnwache gegen die Versuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen am Agrobiotechnikum Groß Lüsewitz verlängert. ***

Die Mahnwache gegen die Versuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen am Agrobiotechnikum Groß Lüsewitz geht weiter. Bis zum 20.04.2009 wird dort weiter über Gentechnik und die Machenschaften der Gentechnikfirmen diskutiert. Über die Osterfeiertage werden vielfältige Veranstaltungen stattfinden, um gegenseitig Information auszutauschen,
sich zu vernetzen und um Öffentlichkeit zu schaffen.

Die Mahnwache befindet sich direkt am Rande des Ackers in Sagerheide, der am 03.04.2009 von GentechnikkritikerInnen besetzt wurde. Schon seit Anfang der Woche tauschen die AktivistInnen Informationen mit AnwohnerInnen über die Versuche aus und diskutieren über Risiken und Nebenwirkungen der Agrogentechnik. „Die letzten Tage waren
schon recht gut besucht, aber über Ostern erhoffen wir uns noch wesentlich mehr Besuch, deswegen haben wir uns auch ein Programm für Groß und Klein ausgedacht.“

Zu den Programmpunkten der nächsten Tage gehören Schnupperklettern – gesichert hoch in die Baumwipfel, Anti-Gentech-Schilder basteln für den Vorgarten und die Bodenbearbeitung der anwohnenden Familie für die Gersteaussaat am 19.4.09. Hier soll biologische Gerste
ausgesät werden, die dann in direkter Nähe zu der Gen-Gerste, die von der Universität Gießen
angebaut werden soll, stehen würde.
Zudem wird es am Samstagabend eine Infoveranstaltung des Molekularbiologen Frederik Vath „Sackgasse Agrogentechnik“ geben, sowie am Sonntagabend eine Bildershow „Felderbesetzen 2008 & 2009“ mit vielen Kurzfilmen zu Aktionen rund um Gentechnik.

Die Osterfeiertage werden mit einem netten Osterbrunch und einem Osterspaziergang eingeleitet und am Montag mit der GENiale – eine Ralley rund ums Feld und um Gentechnik zu Ende gehen.

Rückblick: Der Widerstand gegen die Agrogentechnik ist schon seit Jahren konstant. Nachdem es in den Neunziger Jahren schon viele Feldbesetzungen gab, gewann in den letzten Jahren diese Aktionsform wieder an Bedeutung. Mit einigen erfolgreichen Feldbesetzungen konnte bereits im letzten Jahr die Gentechniklobby massiv unter Druck gesetzt werden. Hart getroffen hat es dieses Jahr bereits Kerstin Schmidt, eine der Hauptakteurinnen im Gentechnikfilz. Als Geschäftsführerin der BiotechFarm in Üplingen und Multiunternehmerin im Agrobiotechnikum
musste sie dieses Jahr bereits zwei Feldbesetzungen über sich ergehen lassen.
Trotz der schnellen Räumungen an beiden Standorten laufen die Aktivitäten der GentechnikkritikerInnen vor Ort weiter. In Üplingen ist ein Aktionswochenende mit öffentlicher Feldbesetzung vom 17.-19.4.09 angekündigt. Der 17.4. ist internationaler Tag der
Landwirtschaftsbewegung Via Campesina. In diesem Zusammenhang finden bundesweit viele weitere Aktionen statt (www.gentech-weg.de.vu). In Sagerheide läuft die Mahnwache noch bis zum 20.04.09.

Das Programm

Samstag, 11.04.
Ab 11 Uhr angeleitetes Klettern auf Bäumen
Anti-Gentech-Schilder basteln
Umgraben für Gersteaussaat am 19.4.
15 Uhr Kaffee und Kuchen (gerne auch mitbringen)
18 Uhr Grillen ohne Fleisch
20 Uhr Vortrag: Sackgasse Agrogentechnik

Sonntag, 12.04.
12 Uhr Osterbrunch
14 Uhr Osterspaziergang rund ums Feld
15 Uhr Kaffee und Kuchen (gerne auch mitbringen)
20 Uhr Bildershow zu Feldbesetzung 2008 & 2009

Montag, 13.04.
14 Uhr Die GENiale – GEN-Ralley rund ums Feld

Kontakt: 0163 – 9233618

Weitere Informationen:
www.gentech-weg.de.vu
www.aggrobiotechnikum.de.vu
http://de.indymedia.org/2009/04/246379.shtml

Quelle: PM der Besetzer_innen via E-Mail

Schweineanlage mit 10 000 Sauen geplant

Greifswald In der Gemeinde Alt Tellin, knapp 40 km südlich von Greifswald, plant der niederländische Investor Adrian Straathof Europas größte Ferkelaufzuchtanlage. Dort sollen 10 000 Muttersauen 250 000 Ferkel pro Jahr produzieren. Es wäre Adrian Straathofs neunte Schweine-Anlage in Nordostdeutschland. „Anlagen in solchem Ausmaß stellen eine erhebliche Umweltbelastung dar, sie machen das Leben im ländlichen Raum ungenießbar, von einer artgerechten Tierhaltung kann auch keine Rede mehr sein“, so Ulrike Wolter von der Agrikulturgruppe Greifswald. Nach ihrer Auffassung ist das kein Konflikt, der nur auf lokaler Ebene Wellen schlägt. Diese Art der Tierhaltung beeinflusse Lebensverhältnisse über Landesgrenzen hinweg. Die Flächen auf lokaler Ebene genügten nicht, um Futtermittel für eine solche Masse an Tieren zu erzeugen.

Seit einigen Jahren kämpft die örtliche Bürgerinitiative „Leben am Tollensetal“ gegen dieses Vorhaben. In diesem Frühjahr geht es in die Entscheidungsphase. Die Behörde, die über die Angelegenheit entscheidet, ist das StAUN Neubrandenburg. Über 700 kritische Bürger haben mittlerweile Einwendungen gegen diese Anlage eingereicht. Heute beginnt die öffentliche Anhörung in Demmin. Für das Wochenende 17. bis 19. April sind mehrere Aktionen geplant, u.a. ein Sternmarsch aus drei Richtungen nach Alt Tellin. Die AgriKulturgruppe Greifwald veranstaltet morgen um 19.30 Uhr im IKuWo (Goethestraße 1) eine Infoveranstaltung zum Thema mit Gästen der BI „Leben am Tollensetal“.


Quelle: Ostsee-Zeitung vom 06.04.09

GenfeldbesetzerInnen geben nicht auf

Nach der Besetzung ist vor der Kampagne

Am Freitag, den 03. April 2009, hatten Gentechnik-GegnerInnen ein Versuchsfeld des Agrobiotechnikums besetzt. Erst in den Abendstunden konnte die Besetzung auf Weisung des Agrobiotechnikums von der Polizei geräumt werden. Die AktivistInnen sehen in dieser Aktion den Beginn einer längeren Kampagne. Ab kommenden Montag 14:00 Uhr, ist eine Mahnwache auf dem Spielplatz in Sagerheide direkt an den Versuchsfeldern angemeldet.

Johanna Rehse beschreibt ihre Motivation so: „Genpflanzen kreuzen unkontrolliert in die Natur aus. Einmal ausgebracht, sind sie nicht mehr rückholbar. Die Agro-Gentechfirmen wollen durch die Genmanipulation bestimmen, was ich essen soll. Diesem Zwang werde ich mich nicht beugen. Ich möchte selber bestimmen, was ich esse!“ Zwang hat die Aktivistin auch bei ihrer Räumung am Freitag erlebt. Gewaltsam wurde sie aus einem Betonfass gelöst und dabei an der Hand verletzt. Doch sie lässt sich nicht entmutigen.

Mit Bannern und Infomaterial wollen die AktivistInnen darauf aufmerksam machen, dass Gentechnik unkontrollierbar ist und zu Abhängigkeit führt. Kleinbauern können sich häufig die Saatgut-Lizenzen nicht leisten und müssen so um ihre Existenz bangen. Außerdem führen großflächige Monokulturen zu einem Rückgang der Artenvielfalt.

Der Molekularbiologe Frederik Vath erklärt: „Zum Beispiel brauchen die gentechnisch veränderten herbizidresistenten Roundup-Ready-Pflanzen langfristig mehr Spritzmittel, da ähnlich wie bei Bakterien auch Unkräuter Resistenzen gegen Roundup ausbilden.“ Er lädt am Donnerstag, den 09. April 2009 um 15 Uhr zu einem Vortrag auf der Mahnwache ein. Darin wird es unter anderem um die verschiedenen Anwendungsgebiete der Gentechnik, ihre Geschichte und die Argumente der Kritiker gehen.

Doch auch an anderen Tagen sind Besucher gerne an der Mahnwache gesehen. „Wenn wir unseren Protest nicht mehr auf dem Feld ausleben können, machen wir es eben davor. So schnell lassen wir uns nicht kleinkriegen“, so eine der BesetzerInnen. Tag und Nacht erklären sie bis Donnerstag bei Kaffee und Tee gerne, warum sie etwa gegen die Aussaat des Gen-Weizens sind, der gegen Flugbrand resistent sein soll. „Es gibt bereits mehrere handelsübliche Weizensorten, die resistent gegen Flugbrand sind. Hier werden völlig unnötig Risiken in Kauf genommen, denn immer wieder tauchen bei gentechnisch veränderten Pflanzen unerwartete Nebenwirkungen auf“, sagt Frank Schörner. „Außerdem sind diese Versuche schon erfolglos in der Schweiz gelaufen. Ich habe den starken Verdacht, dass es hier nicht um Ergebnisse, sondern vor allem um das Abgreifen von Fördergeldern geht.“

Mit einem Getreide-Ratespiel, einer Banner-Mal-Station und anderen Attraktionen wollen sie die Menschen in der Region neugierig machen und sie dazu ermutigen, selbst aktiv zu werden. Zudem möchten sie eine ortsansässige Familie unterstützen, die auf ihrem eigenen Gelände eine
Gegensaat plant. Ein Gen-Gerstenversuch, der aufgrund starken Protestes in Gießen nicht durchführbar war, soll nun hier stattfinden. Dagegen spricht sich die Familie aus, um die genannten und verlagerten Gefahren von den Menschen und der Natur fern zu halten. Durch das Aussäen biologischer Gerste soll auch hier der Gen-Gerstenversuch verhindert werden. Die Bürgerinitiative Rostocker/ Güstrower Land Gentechnikfrei lädt für den 19.4.09 öffentlich ein, die Gerste auszusäen. Die AktivistInnen freuen sich über Unterstützung bei der Bodenbearbeitung am Mittwoch, den 8.4.09. Treffen ist um 17 Uhr an der Mahnwache.

Überblick des bisherigen Programms der nächsten Tage:

Mo, den 6.4.: Ab 14Uhr, Aufbau der Mahnwache
Di, den 7.4.: 15 Uhr, Tripod- (Dreibein-)Workshop
Mi, den 8.4.: 17 Uhr, Treffen zur Bodenbearbeitung für die Gerstensaat
Mi, den 8.4.: 20 Uhr, Bildershow der Genfeldbesetzungen 2008 & 2009
Do, den 9.4. ab 11 Uhr, Schnupperklettern (gesichert hoch in die Bäume)
Do, den 9.4.: 15 Uhr, Infoveranstaltung mit Molekularbiologe Frederik Vath

Kontakthandy: 0163/9233618
Weitere Hintergrundinfos:
www.gentech-weg.de.vu
www.aggrobiotechnikum.de.vu

Quelle: PM der Besetzer_innen via E-Mail